Eine Untersuchung bei Kryptobetrug stellt fest, was mit Ihrem Geld tatsächlich geschehen ist: an welche Adressen es geflossen ist, über welche Zwischenschritte, und an welchem Punkt die Spur bei einem Dienstleister endet, der zur Identifizierung seiner Kunden verpflichtet ist. Paucitas hält diese Kette nachvollziehbar in einem Bericht fest, den ein Anwalt, Insolvenzverwalter, Steuerberater oder ein Gericht verwenden kann. Die Untersuchung trifft keine Aussage über Schuld und verspricht keine Wiederbeschaffung von Guthaben. Sie liefert die sachliche Grundlage, auf der ein nächster Schritt aufgebaut werden kann.
Auf dieser Seite
- Was ist eine Kryptobetrug-Untersuchung und wann ist sie sinnvoll?
- Wie wird ein Verdacht auf Anlagebetrug untersucht?
- Wie stellen Sie fest, ob eine Plattform existiert und ob Sie noch Zugang haben?
- Was können Sie in den ersten Stunden nach einer Überweisung tun?
- Wie wird der Weg Ihres Geldes rekonstruiert?
- Was geschieht, wenn die Spur bei einer Exchange endet?
- Warum ist ein Recovery-Scam das zweite Risiko?
- Was können Sie mit einem Bericht bei einer Strafanzeige oder einem Zivilverfahren tun?
- Welche Signale weisen auf Betrug und nicht auf eine schlechte Anlage hin?
- Was steht in einem Untersuchungsbericht und wie lange dauert er?
- Wie verläuft eine Untersuchung Schritt für Schritt?
- Welche Rolle spielen Polizei, Aufsichtsbehörden und Banken dabei?
- Was kann eine Untersuchung nicht?
- Häufige Fragen
Was ist eine Kryptobetrug-Untersuchung und wann ist sie sinnvoll?
Bei einem Betrugsverdacht wurde jemand dazu bewegt, Kryptowerte zu überweisen oder Geld, das anschließend in Kryptowerte umgetauscht wurde. Eine Untersuchung beginnt nicht mit der Frage, wer dahintersteckt, sondern mit der Frage, was nachweisbar geschehen ist: welche Transaktionen ausgeführt wurden, von welcher Wallet oder welchem Konto, an welches Ziel, und was davon auf der Blockchain auffindbar ist. Der englische Begriff crypto fraud investigation meint dasselbe.
Sinnvoll ist sie, sobald ein einziger Anhaltspunkt vorliegt: ein Transaktions-Hash, eine Empfängeradresse, ein Nachrichtenverlauf oder ein Kontoauszug. Auch ohne vollständige Historie lässt sich in der Praxis mehr feststellen, als Betroffene zunächst annehmen.
Wie wird ein Verdacht auf Anlagebetrug untersucht?
Beim Anlagebetrug erfolgte die Einlage oft in mehreren Schritten, über einen längeren Zeitraum und auf Aufforderung einer Person, die sich als Berater oder Kundenbetreuer ausgab. Die Untersuchung rekonstruiert die Reihenfolge: welche Einzahlungen an welchen Daten an welche Adressen geleistet wurden, welche Renditen angezeigt wurden und ob es dazu auf der Blockchain eine Entsprechung gibt.
Ein wiederkehrendes Bild ist, dass der angezeigte Gewinn nie ein On-Chain-Äquivalent hatte. Der Betrag auf dem Dashboard war dann eine Darstellung in einer Datenbank des Anbieters, kein Guthaben, das irgendwo lag. Dieser Unterschied lässt sich mit Unterlagen feststellen und ist für eine Strafanzeige oder ein Zivilverfahren ein wesentlicher Umstand.
Weiterführend: Anlagebetrug, Cybertrading-Betrug.
Weiterlesen: der Blog Anlagebetrug mit Krypto erkennen.
Wie stellen Sie fest, ob eine Plattform existiert und ob Sie noch Zugang haben?
Prüfen Sie zunächst, ob Sie sich noch anmelden können und ob eine Auszahlung technisch angeboten wird. Wird eine Auszahlung blockiert oder an eine erneute Zahlung geknüpft, ist das ein deutliches Warnzeichen. Die BaFin führt eine Liste von Unternehmen, vor denen sie öffentlich warnt; ein Abgleich des Anbieternamens mit dieser Liste ist ein erster sachlicher Schritt.
Notieren Sie den vollständigen Namen des Anbieters, die verwendete Domain und das Datum Ihrer letzten Anmeldung. Prüfen Sie, ob ein Impressum vorhanden ist und ob Anschrift und Registerangaben zueinander passen. Die Warnmeldungen der BaFin lassen sich nach dem Namen des Anbieters durchsuchen. Speichern Sie Screenshots der Anmeldeseite, des angezeigten Kontostands und jeder Fehlermeldung, bevor Sie weitere Schritte unternehmen. Bei Cybertrading-Betrug werden Zugänge oft kurzfristig abgeschaltet; danach lassen sich diese Belege nicht mehr erzeugen.
Siehe auch: der Blog gefälschte Krypto-Plattformen erkennen.
Was können Sie in den ersten Stunden nach einer Überweisung tun?
Sichern Sie alle Belege: Transaktions-Hashes, Adressen, Screenshots des Dashboards, den Nachrichtenverlauf und Kontoauszüge. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Je vollständiger die Belege, desto tragfähiger ist die spätere Untersuchung. Was Paucitas hinzufügt, ist die nachvollziehbare Rekonstruktion der Transaktionskette.
Melden Sie den Vorfall zusätzlich Ihrer Bank oder der Krypto-Börse, über die Sie gezahlt haben, und fragen Sie ausdrücklich nach einer Sperrung oder Rückholung. Sichern Sie den Nachrichtenverlauf, bevor Sie Nummern oder Profile sperren; der Verlauf ist später ein Beweismittel. Legen Sie eine einfache Übersicht an mit Datum, Uhrzeit, Betrag, Empfänger, Transaktions-Hash und dem Kanal, über den Sie angesprochen wurden. Diese Übersicht können Sie bei der Anzeige direkt vorlegen. Form und Inhalt der Strafanzeige richten sich nach § 158 StPO.
Weiterlesen: der Blog die ersten Schritte nach einem Krypto-Diebstahl.
Wie wird der Weg Ihres Geldes rekonstruiert?
Ausgehend von der ersten Adresse folgt die Blockchain-Analyse den Transaktionen Schritt für Schritt. Sichtbar werden Zwischenadressen, Bündelungen und der Punkt, an dem die Mittel bei einem identifizierungspflichtigen Dienstleister ankommen. Diese Kette wird so dokumentiert, dass sie überprüfbar bleibt.
Die Rekonstruktion arbeitet ausschließlich mit öffentlich einsehbaren Blockchain-Daten und mit den Belegen, die Sie beibringen. Jeder Schritt wird mit Transaktions-Hash, Adresse, Zeitstempel und Betrag festgehalten, damit ein Dritter die Kette nachrechnen kann. Wo Beträge über mehrere Adressen gebündelt oder aufgeteilt werden, wird das benannt und nicht geglättet. Bleibt ein Übergang unklar, steht das ausdrücklich im Bericht. Eine Kryptobetrug-Untersuchung endet dort, wo die Daten enden, und nicht bei einer Vermutung.
Was geschieht, wenn die Spur bei einer Exchange endet?
Endet die Spur bei einer Exchange, ist das kein Endpunkt, sondern ein Ansatzpunkt. Exchanges unterliegen dem Geldwäschegesetz (GwG) und der Kundenidentifizierung. Über die Staatsanwaltschaft kann eine Auskunft ersucht werden. Der Bericht benennt die betreffende Adresse und den Dienstleister sachlich, ohne eine Aussage über die dahinterstehende Person zu treffen.
Für eine Auskunft braucht die Staatsanwaltschaft konkrete Angaben: die Zieladresse, den Zeitpunkt der Transaktion und den Namen des Dienstleisters. Genau diese Angaben liefert der Bericht in einer Form, die sich einer Akte beifügen lässt. Ob eine Auskunft erteilt wird und wie lange das dauert, entscheiden die Behörden und der Dienstleister; darauf hat eine Untersuchung keinen Einfluss. Sitzt der Dienstleister außerhalb der EU, führt der Weg über ein Rechtshilfeersuchen und dauert entsprechend länger.
Weiterlesen: der Blog von der Adresse zur Börse.
Warum ist ein Recovery-Scam das zweite Risiko?
Nach dem ersten Schaden treten häufig Anbieter auf, die gegen Vorkasse eine Wiederbeschaffung versprechen. Das ist ein zweiter Betrug. Seriöse Untersuchung arbeitet nachvollziehbar und verspricht kein Ergebnis im Voraus. Siehe Recovery-Scam.
Seriöse Stellen verlangen keine Vorkasse für eine Wiederbeschaffung und sagen kein Ergebnis zu. Wird Ihnen gegen Zahlung die Rückholung Ihrer Coins zugesagt, ist das ein Anzeichen für einen zweiten Betrug. In dasselbe Muster gehören Anrufe, in denen sich jemand als Mitarbeiter einer Behörde, einer Bank oder einer Kanzlei ausgibt und dabei nach Zugangsdaten oder nach Ihrer Seed-Phrase fragt. Geben Sie Ihre Seed-Phrase niemals weiter. Erstatten Sie auch für diesen zweiten Vorfall Strafanzeige, damit der Zusammenhang aktenkundig wird.
Was können Sie mit einem Bericht bei einer Strafanzeige oder einem Zivilverfahren tun?
Ein Untersuchungsbericht liefert die sachliche Grundlage für eine Strafanzeige bei der Polizei und kann in einem Zivilverfahren als Anlage dienen. Er dokumentiert die Transaktionskette und den Herkunftsnachweis, ohne Schuld zuzuweisen. Ein Anwalt kann darauf aufbauen.
Bei einer Strafanzeige dient der Bericht dazu, den Sachverhalt so darzustellen, dass er ohne Vorkenntnisse in Blockchain-Technik lesbar bleibt. Der Betrugstatbestand ist in § 263 StGB geregelt; die Kryptobetrug-Untersuchung liefert dazu die Tatsachengrundlage, nicht die rechtliche Bewertung. In einem Zivilverfahren lässt sich der Bericht als Anlage zur Klage oder zur Begründung eines Arrestantrags verwenden. Eine Einschätzung der Erfolgsaussichten Ihres Verfahrens gehört nicht dazu; dafür ist Ihre Rechtsanwältin oder Ihr Rechtsanwalt zuständig.
Welche Signale weisen auf Betrug und nicht auf eine schlechte Anlage hin?
Eine blockierte Auszahlung, eine Nachforderung vor der Auszahlung, garantierte Renditen und Druck zur schnellen Einzahlung sind typische Anzeichen. Eine schlechte Anlage verliert an Wert, aber die Auszahlung bleibt möglich. Bleibt die Auszahlung aus und wird an Bedingungen geknüpft, verschiebt sich das Bild zum Betrug.
Ein Verlust bei einer Anlage ist kein Betrug. Der Unterschied liegt in der Frage, ob überhaupt jemals ein Guthaben bestanden hat und ob die angezeigten Zahlen eine Gegenbuchung auf der Blockchain haben. Diese Punkte kehren in Fällen wieder:
- eine garantierte Rendite oder ein fester Monatsprozentsatz, während der zugrunde liegende Markt schwankt;
- Druck, schnell einzuzahlen oder nachzuzahlen, häufig mit einer ablaufenden Frist;
- ein Guthaben, das nur im Dashboard des Anbieters existiert und sich nicht als Adresse oder Transaktion nachweisen lässt;
- eine Auszahlung, die erst nach Zahlung von Steuern, Strafe oder Gebühren möglich sein soll;
- wechselnde Handelsnamen hinter derselben Domain, denselben Texten oder denselben Empfangsadressen;
- ein Berater, der nur über einen Messenger erreichbar ist und Telefonkontakt vermeidet.
Keiner dieser Punkte ist für sich genommen zwingend. Erst die Prüfung, ob den angezeigten Beträgen tatsächliche Transaktionen gegenüberstehen und wohin die Einzahlungen gegangen sind, trägt eine Aussage. Die BaFin veröffentlicht zu unerlaubt tätigen Anbietern Warnmeldungen; ein Treffer dort ist ein deutliches Zeichen, das Fehlen eines Treffers jedoch kein Freibrief.
Was steht in einem Untersuchungsbericht und wie lange dauert er?
Der Bericht enthält den Ausgangssachverhalt, die verwendeten Belege, die rekonstruierte Transaktionskette, den Punkt der Identifizierungspflicht und eine sachliche Schlussfolgerung. Die Dauer richtet sich nach dem Umfang; ein erster Befund liegt oft innerhalb weniger Werktage vor.
Ein Bericht von Paucitas folgt einer festen Gliederung. Nicht jeder Bericht enthält alle Abschnitte; der Umfang richtet sich nach dem Fall, und die Gliederung wird auf den Zweck des Berichts abgestimmt.
- Anlass und Auftragsbeschreibung
- Fragestellung
- Umfang der Untersuchung
- Ausgangspunkte
- Übermittelte Unterlagen
- Herangezogene Quellen
- Vorgehensweise in Grundzügen
- Prüfung und Qualitätssicherung
- Vorbehalte und Grenzen
- Befunde je Abschnitt
- Chronologische Übersicht
- Analyse und Zusammenhang
- Schlussfolgerung
- Unabhängigkeitserklärung
- Anlagen
Abschnitt vierzehn, die Unabhängigkeitserklärung, wiegt in einem Betrugsfall schwer. Paucitas arbeitet nicht im Auftrag einer Börse, eines Softwareanbieters oder einer am Fall beteiligten Partei und hat kein Interesse am Ergebnis der Untersuchung. Anwälte, Staatsanwaltschaft und Gericht wollen das ausdrücklich im Bericht lesen.
Zur Dauer: ein erster Befund zu der Frage, ob sich die Transaktionskette rekonstruieren lässt, liegt in der Regel innerhalb weniger Werktage vor. Ein vollständiges Gutachten braucht länger, wenn viele Adressen, mehrere Blockchains oder Auskünfte Dritter dazugehören. Sie erhalten vor Beginn eine Einschätzung zu Umfang und Zeitrahmen.
Siehe auch: der Blog ein Blockchain-Bericht, der vor Gericht Bestand hält.
Wie verläuft eine Untersuchung Schritt für Schritt?
Zuerst die Aufnahme des Sachverhalts und der Belege, dann die Blockchain-Analyse, danach die Einordnung des Endpunkts und schließlich das Sachverständigengutachten. Jeder Schritt bleibt überprüfbar dokumentiert.
Die Unterlagen werden digital übermittelt oder im Büro übergeben. Zu jedem Fall erhalten Sie eine Anforderungsliste, aus der hervorgeht, welche Angaben benötigt werden. Wo es nötig ist, unterstützt Paucitas Sie beim Zusammenstellen dieser Unterlagen.
- Erstgespräch. Sie schildern den Ablauf und formulieren die Frage, die beantwortet werden soll. Dabei wird geklärt, ob eine Untersuchung sinnvoll ist und welches Ergebnis realistisch erreichbar ist.
- Anforderungsliste. Sie erhalten eine Übersicht der benötigten Angaben: Transaktionen, Adressen, Exportdateien aus Wallet oder Trading-Plattform, Korrespondenz und Kontoauszüge.
- Ausgangslage feststellen. Existiert der Anbieter, und haben Sie noch Zugriff auf Ihre Wallet oder Ihr Konto? Das bestimmt den Umfang der Untersuchung.
- On-Chain-Rekonstruktion. Die Transaktionen werden Schritt für Schritt verfolgt und mit Hash, Zeitstempel und Betrag festgehalten.
- Recherche zum Anbieter. Neben den Blockchain-Daten wird festgehalten, was über die beteiligte Partei öffentlich nachvollziehbar ist: Registereinträge, Domaindaten, Warnmeldungen und Angaben zur Erlaubnispflicht.
- Einordnung des Endpunkts. Führt die Spur zu einer Börse, zu einem Mixer, über eine Bridge oder zu einer Adresse ohne weitere Bewegung? Erst diese Einordnung zeigt, welche rechtlichen Schritte offenstehen.
- Prüfung im Vier-Augen-Prinzip. Befunde, Adressen und Beträge werden gegen die Quelldaten abgeglichen, bevor sie in den Bericht aufgenommen werden.
- Bericht. Die Ergebnisse werden in einem Sachverständigengutachten zusammengefasst, das Anwälte, Staatsanwaltschaft und Gericht ohne technische Vorkenntnisse nachvollziehen können.
Jeder Schritt bleibt nachprüfbar dokumentiert. Ergibt sich unterwegs, dass die Spur nicht weiterführt, erfahren Sie das mit Begründung, statt dass weitere Arbeit ohne Aussicht auf ein Ergebnis anfällt.
Weiterlesen: die Blogs wie eine Blockchain-Transaktion untersucht wird und manuelle Analyse gegenüber automatisierten Werkzeugen.
Welche Rolle spielen Polizei, Aufsichtsbehörden und Banken dabei?
Die Polizei nimmt die Strafanzeige auf und ermittelt. Die BaFin beaufsichtigt Finanzdienstleister und warnt vor unerlaubten Anbietern. Banken sind an das Geldwäschegesetz gebunden. Paucitas ermittelt nicht hoheitlich, sondern liefert die technische Rekonstruktion, auf die diese Stellen zugreifen können.
- Polizei. Die Strafanzeige nimmt jede Dienststelle auf, in vielen Bundesländern auch die Onlinewache. Der technische Bericht kann als Anlage beigefügt werden und erspart der Sachbearbeitung die Rekonstruktion der Transaktionskette.
- Staatsanwaltschaft. Sie entscheidet über den Fortgang des Verfahrens und kann Auskunft und Sicherung bei einer Börse veranlassen. Nur über diesen Weg lässt sich eine Adresse einer Person zuordnen.
- BaFin. Sie beaufsichtigt Finanzdienstleister, führt eine Unternehmensdatenbank und veröffentlicht Warnmeldungen zu Anbietern ohne Erlaubnis. Verluste ersetzt sie nicht und Einzelinteressen vertritt sie nicht.
- Banken und Zahlungsdienste. Sie sind an das Geldwäschegesetz gebunden und müssen Verdachtsfälle melden. Bei einer frischen Überweisung ist im Zahlungsverkehr manchmal noch eine Rückholung möglich.
- Börsen und Handelsplätze. Hier greift die Identifizierungspflicht. Auskunft erteilen sie in der Regel nur auf Ersuchen einer Behörde, nicht an Privatpersonen.
Paucitas ordnet sich in diese Kette ein, ohne sie zu ersetzen. Der Bericht macht sichtbar, an welche Stelle sich eine Anfrage sinnvoll richtet und welche Angaben diese Stelle dafür braucht.
Siehe auch: der Blog wo den Behörden bei Kryptobetrug die Kapazität fehlt.
Was kann eine Untersuchung nicht?
Eine Untersuchung verspricht keine Wiederbeschaffung und benennt nicht mit Sicherheit die Person hinter einer Adresse. Sie stellt fest, was on-chain nachweisbar ist, und schafft damit die Grundlage für die weiteren rechtlichen Schritte.
- Sie liefert keine Wiederbeschaffung. Eine Untersuchung dokumentiert den Weg der Mittel; über Sicherstellung und Rückführung entscheiden Staatsanwaltschaft und Gericht.
- Sie nennt nicht die Person hinter einer Adresse. On-Chain lässt sich die Kette belegen, nicht die Identität. Diese Zuordnung liegt bei den Stellen, die Auskunft von einer Börse verlangen können.
- Sie hebt keine Verschleierung auf. Nach einem Mixer oder einer Wechselstube ohne Aufzeichnungen endet die belegbare Spur; das wird als solches festgehalten.
- Sie ersetzt keine Strafanzeige und keinen anwaltlichen Rat. Der Bericht ist Grundlage für diese Schritte, nicht ihr Ersatz.
- Sie stellt keinen verlorenen Zugang wieder her. Ein Konto, das gesperrt ist, oder eine Wallet ohne Schlüssel wird durch eine Untersuchung nicht wieder zugänglich.
Was eine Untersuchung leistet, ist die sachliche Feststellung: welche Beträge wann an welche Adressen gegangen sind, wo die Spur endet und an welcher Stelle eine Identifizierungspflicht bestand. Diese Feststellung ist überprüfbar und lässt sich in einem Verfahren verwenden. Zeichnet sich nach der Aufnahme des Sachverhalts ab, dass sich Ihre Frage damit nicht beantworten lässt, sagen wir das vor Beginn.
Häufige Fragen
Was tun bei Betrug mit Krypto?
Sichern Sie zuerst die Belege: Transaktions-Hashes, Wallet-Adressen, Kontoauszüge, Chatverläufe und Screenshots der Plattform. Überweisen Sie nichts mehr, auch nicht für angebliche Gebühren oder Steuern. Danach lässt sich sachlich prüfen, wohin die Mittel gegangen sind und welcher Schritt sinnvoll ist: Strafanzeige, Meldung bei der BaFin oder ein Untersuchungsbericht als Grundlage für Anwalt, Bank oder Gericht.
Können gestohlene Kryptowerte zurückgeholt werden?
Eine Untersuchung dokumentiert den Weg der Mittel und den Endpunkt. Über eine Wiederbeschaffung entscheidet der weitere rechtliche Weg über Staatsanwaltschaft und Gericht; eine Garantie gibt es nicht.
Ist eine Untersuchung noch sinnvoll, wenn es Monate her ist?
Ja. Die Blockchain speichert Transaktionen dauerhaft, sodass auch ältere Vorgänge nachvollziehbar bleiben.
Ich habe nur einen Transaktions-Hash. Reicht das für den Anfang?
Ein Transaktions-Hash ist ein tragfähiger Ausgangspunkt für die Analyse.
Wird deutlich, wer hinter der Empfängeradresse steht?
Die Analyse benennt den Dienstleister am Endpunkt. Die Identität dahinter wird über die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Muss ich zuerst Strafanzeige erstatten, bevor ich untersuchen lasse?
Nein. Eine Untersuchung kann die Anzeige vorbereiten und begleiten.
Was, wenn die Plattform verschwunden ist und ich mich nicht mehr anmelden kann?
Belege wie Screenshots und Überweisungen genügen, um zu beginnen.
Wie lange dauert eine Untersuchung?
Ein erster Befund liegt oft innerhalb weniger Werktage vor.
Wie schnell reagiert Paucitas auf eine Anfrage?
In der Regel noch am selben Werktag.
Kurze Antworten auf einzelne Fragen
- Wer untersucht Betrug mit Krypto-Investments?
- Wer hilft bei Betrug über einen unseriösen Krypto-Broker?
- Wer kann feststellen, ob eine Krypto-Plattform betrügerisch ist?
Welche Seiten gehören zu diesem Thema?
Diese Seite ist die Übersicht zum Thema. Die folgenden Seiten gehen jeweils auf einen Teilaspekt ein: die Begriffe erklären die Muster, die verwandten Themen beschreiben einen eigenen Untersuchungsschritt oder eine eigene Fragestellung.
Begriffe
- Kryptobetrug: was unter dem Sammelbegriff fällt und was nicht.
- Anlagebetrug: Einlage auf Aufforderung eines vermeintlichen Beraters.
- Boiler Room: die Verkaufsmethode hinter vielen Fällen.
- Pig Butchering: Vertrauensaufbau vor der Einlage.
- Recovery-Scam: das Angebot, gegen Vorkasse Geld zurückzuholen.
Verwandte Themen
Wenn Sie nicht wissen, welche Seite zu Ihrem Fall passt, hilft diese Reihenfolge. Prüfen Sie zuerst, ob die Plattform existiert und ob Sie noch Zugriff auf Ihr Konto oder Ihre Wallet haben. Klären Sie dann, ob Ihre Einzahlungen als Transaktionen nachweisbar sind. Erst danach ist die Frage sinnvoll, wo die Mittel geendet haben und welche Stelle darauf zugreifen kann. Zu jedem dieser drei Schritte finden Sie oben eine eigene Seite.
Was können Sie jetzt selbst tun?
Sichern Sie Ihre Belege, erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei oder über die Onlinewache und lassen Sie die Transaktionskette untersuchen. Paucitas fügt die nachvollziehbare Rekonstruktion und das Sachverständigengutachten hinzu.
Was Sie bereitstellen können
Transaktions-Hashes, Empfängeradressen, Screenshots des Dashboards, den Nachrichtenverlauf und Kontoauszüge.
- Belege sichern. Machen Sie Screenshots der Plattform, Ihres Kontostands und der Korrespondenz, und exportieren Sie die Transaktionsübersicht, solange Sie noch Zugriff haben.
- Transaktionsdaten notieren. Halten Sie Datum, Betrag, Empfängeradresse und, wenn vorhanden, die Transaktions-ID jeder Überweisung fest.
- Keine Nachzahlung leisten. Forderungen nach Steuern, Gebühren oder einer Kaution vor der Auszahlung sind ein Merkmal des Betrugs und nicht seine Lösung.
- Bank oder Zahlungsdienst informieren. Bei einer Überweisung aus den letzten Tagen kann die Bank prüfen, ob der Betrag noch aufzuhalten ist.
- Strafanzeige erstatten. Das ist bei jeder Polizeidienststelle möglich oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes.
- Anbieter prüfen. Sehen Sie in den Warnmeldungen und in der Unternehmensdatenbank der BaFin nach, ob der Anbieter dort auffällt.
- Auf Nachkontakte achten. Wer nach dem Verlust anbietet, das Geld gegen Vorkasse zurückzuholen, verlangt in der Regel eine zweite Zahlung.
Danach lässt sich sachlich entscheiden, ob eine Untersuchung der Transaktionskette Ihnen weiterhilft. Sie können Ihre Unterlagen unverbindlich vorlegen; wir sagen Ihnen, was daraus belegbar ist und was nicht.
Über den Autor
Paucitas untersucht Kryptobetrug mit Blockchain-Analyse und dokumentiert die Ergebnisse in einem Sachverständigengutachten für Anwälte, Gerichte und Behörden.
Quellen: BaFin, Unternehmensrecherche und Warnmeldungen (bafin.de); Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Cybercrime 2023 (bka.de); Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (polizei-beratung.de).
S.E. (Simcha) Schrijver ist Geschäftsführer und Mitbegründer von Paucitas. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Blockchain-Analyse, das Nachverfolgen von Kryptovermögen, die Feststellung des Sachverhalts, die Untersuchung von Anlagebetrug, Gegengutachten sowie das Erstellen von Sachverständigen- und Expertisegutachten für Privatpersonen, Unternehmen, Anwälte, Gerichte und Behörden.
Er hat unter anderem eine von der Niederländischen Rechtsanwaltskammer (NOvA) akkreditierte Fortbildung über Kryptowährungen, Blockchain und Wallets für Strafverteidiger und Juristen gehalten.
Paucitas ist ein Expertisebüro für Kryptowährungen und Blockchain mit Sitz in Amsterdam. Untersuchungen sind unsere tägliche Praxis: bearbeitet wurden inzwischen mehrere Hundert Fälle, von Einzelfällen bis zu Untersuchungen für Anwälte, Behörden und Unternehmen. Simcha Schrijver ist mehrfach in Verfahren aufgetreten und hat Berichte geliefert, die in Gerichtsverfahren verwendet wurden.
Für die deutsche Praxis heißt das: die Untersuchung folgt der Blockchain, die Einordnung folgt dem deutschen Verfahren. Der Bericht ist so aufgebaut, dass er einer Strafanzeige nach § 158 StPO beigefügt oder in einem Zivilverfahren vorgelegt werden kann, und er benennt die Stellen, an denen eine Identifizierungspflicht nach dem Geldwäschegesetz bestand.
Fragen zu einem konkreten Fall können Sie unter deutschland@paucitas.com oder telefonisch unter +31 20 244 5774 stellen. Paucitas B.V., Amsterdam.