Die Exchange meines Mandanten gibt es nicht mehr, wie rekonstruiere ich die Historie?

Datum: 23.09.2026 | Woche 39 | Lesezeit: 8 MinutenAutor: Simcha Schrijver Simcha Schrijver

Das Wichtigste in Kürze

Wer die Krypto-Historie rekonstruieren muss, obwohl die Exchange nicht mehr existiert, verknüpft die Ein- und Auszahlungen auf der Blockchain mit Kontoauszügen, Bestätigungsmails und alten Übersichten, und Paucitas hält diese Rekonstruktion Transaktion für Transaktion fest. Was eine Plattform nicht mehr liefern kann, steht oft noch auf der Kette selbst.

  • Einzahlungen auf und Auszahlungen von einer Exchange sind Transaktionen auf der Kette und bleiben sichtbar, auch wenn die Plattform offline ist.
  • Kontoauszüge, Bestätigungsmails und frühere Steuererklärungen ergänzen, was die Kette nicht zeigt.
  • Handel und Tausch innerhalb der Exchange stehen nicht auf der Kette und werden nur berücksichtigt, wenn Unterlagen vorliegen.
  • Eine historische Rekonstruktion dauert zwischen einem Werktag und etwa zwei Wochen und ist regulär innerhalb von drei Werktagen fertig.

Ihr Mandant hat vor Jahren über eine Exchange Krypto gekauft, die inzwischen eingestellt wurde, insolvent ist oder schlicht nicht mehr erreichbar. Es gibt keine Exportdatei, kein Konto mehr zum Einloggen, und trotzdem sollen Sie Käufe, Bestand und Verkäufe belegen. Die Frage lautet dann, wie sich die Krypto-Historie rekonstruieren lässt, ohne dass die Unterlagen der Plattform zur Verfügung stehen.

Im Folgenden lesen Sie, welche Quellen bleiben, was die Kette zeigt und was nicht, wie die Rekonstruktion in Ihre Steuerakte passt und was Paucitas dazu liefert.

Wie lässt sich die Krypto-Historie rekonstruieren, wenn die Exchange nicht mehr existiert?

Sie rekonstruieren die Historie, indem Sie den On-Chain-Weg als Ersatz für die fehlende Exportdatei nutzen: Jede Einzahlung auf die Exchange und jede Auszahlung von dort ist eine Transaktion auf der Blockchain, mit Datum, Betrag und Adressen. Um diese festen Punkte herum wird der Rest der Historie aus Unterlagen aufgebaut, die Ihr Mandant noch besitzt.

Die Exportdatei einer Exchange ist im Grunde eine Zusammenfassung zweier Arten von Daten. Der erste Teil betrifft das, was auf die Plattform hinein- und von ihr herausging; dieser Teil steht auch auf der Kette. Der zweite Teil betrifft das, was innerhalb der Plattform geschah, etwa Käufe mit Euro, Tausch zwischen Coins und interne Umbuchungen; dieser Teil stand nur in den Büchern der Plattform. Fällt die Plattform weg, bleibt der erste Teil also bestehen, und dort beginnt die Arbeit.

Den steuerlichen Rahmen für diese Arbeit finden Sie auf der Seite zu Krypto in der Steuererklärung. Dieser Beitrag behandelt den Teil der Historie, der bei einer verschwundenen Plattform fehlt.

Welche Quellen bleiben, wenn die Exportdatei fehlt?

Fehlt die Exportdatei, bleiben in der Regel fünf Quellen, die zusammen einen großen Teil der Historie abdecken. Wir erfassen sie in fester Reihenfolge, damit jede Quelle an den anderen geprüft wird.

  1. Die Kette: Ein- und Auszahlungen zwischen der Exchange und Wallets Ihres Mandanten, mit Transaktions-Hash.
  2. Kontoauszüge: die Euro-Überweisungen an die Exchange und von ihr, mit Datum und Betrag.
  3. Bestätigungsmails: Benachrichtigungen über Käufe, Ein- und Auszahlungen, die die Plattform damals verschickt hat.
  4. Frühere Übersichten: alte Exporte, Jahresübersichten oder Steuererklärungen, in denen der Kryptobestand schon einmal erfasst war.
  5. Daten aus der Abwicklung: wenn die Plattform unter einem Insolvenzverwalter oder in einer Abwicklung eingestellt wurde, die Daten, die Kunden dabei erhalten.

Diese letzte Quelle unterscheidet sich stark von Plattform zu Plattform. Nach der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte müssen Anbieter einen Plan für die geordnete Abwicklung ihrer Tätigkeiten vorhalten, der zeigt, dass sie ihren Betrieb einstellen können, ohne ihren Kunden unangemessenen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen (MiCAR, Artikel 74). Für Plattformen, die vor Jahren aufgegeben haben, galt diese Pflicht noch nicht, und dort ist die Kette oft die einzige Quelle, die vollständig geblieben ist.

Der Begriff On-Chain steht genau für diese Unterscheidung: Daten, die auf der Blockchain selbst festgehalten sind, unabhängig von den Büchern einer Plattform.

Was zeigt die Kette und was nicht?

Die Kette zeigt, welche Beträge wann zwischen der Exchange und den Wallets Ihres Mandanten bewegt wurden, und sie zeigt nicht, was innerhalb der Exchange mit diesen Beträgen geschah. Diese Unterscheidung bestimmt, welche Teile der Historie feststehen und welche mit zusätzlichen Unterlagen belegt werden.

Eine Auszahlung in eine eigene Wallet ist auf der Kette gut zu erkennen. Der Betrag geht auf einer Adresse ein, die Ihr Mandant kontrolliert, stammt von einer Adresse der Exchange, und der Zeitpunkt deckt sich mit der Bestätigungsmail von damals. Eine Einzahlung in umgekehrter Richtung lässt sich auf dieselbe Weise zuordnen. So entsteht für jeden Zeitraum eine Bilanz dessen, was auf die Plattform ging und was von ihr kam.

Die Differenz ist der Teil, der auf der Plattform blieb oder dort umgetauscht wurde. Im Bericht wird je Zeitraum benannt, welcher Teil auf der Kette festgestellt wurde und welcher auf Mails, Auszügen oder früheren Übersichten beruht.

Die Grenze. Transaktionen außerhalb der Blockchain, etwa Barzahlungen oder interne Buchungen innerhalb einer Exchange, sind in Blockchain-Daten nicht sichtbar. Sie werden nur berücksichtigt, wenn zugrunde liegende Unterlagen vorliegen.

Fall. Eine Steuerberaterin sollte für einen Mandanten die Käufe von Coins belegen, die Jahre zuvor über eine inzwischen eingestellte Exchange erworben worden waren. Der Mandant hatte keinen Export, nur eine Reihe alter Mails und die Kontoauszüge aus diesen Jahren.

Auf der Kette ließen sich drei Auszahlungen von der Exchange in eine Wallet des Mandanten finden, jede am Tag einer Bestätigungsmail. Die Kontoauszüge zeigten die Euro-Überweisungen an die Exchange in den Wochen davor. Damit war je Auszahlung festzustellen, welche Einzahlung ihr vorausging. Für einen Zeitraum fehlte eine Mail; dort vermerkte der Bericht ausdrücklich, dass die Zuordnung auf Betrag und Zeitpunkt beruht und nicht auf einer Bestätigung der Plattform. Die Beraterin konnte so je Jahr angeben, was feststand und wo eine Annahme lag.

Wie passt die Rekonstruktion in Ihre Steuerakte?

Die Rekonstruktion passt in Ihre Akte, weil sie je Jahr und je Stichtag zeigt, welcher Bestand vorhanden war und worauf er beruht, sodass Sie als Beraterin oder Berater die steuerliche Würdigung auf festgestellte Tatsachen stützen können. Diese Würdigung bleibt bei Ihnen; der Bericht liefert die tatsächliche Grundlage.

Dieser Unterschied gewinnt an Gewicht, seit Daten über Kryptowerte zwischen Steuerverwaltungen ausgetauscht werden. Nach Angaben des Bundeszentralamts für Steuern sind Anbieter ab dem Meldezeitraum 2026 zur Meldung verpflichtet, die erste Übermittlung erfolgt im Kalenderjahr 2027 (BZSt zum CARF-Meldeverfahren). Für die Jahre davor gibt es keine Meldung eines Anbieters, und eine verschwundene Exchange wird auch keine mehr abgeben. Für diese Jahre bleibt nur, die Krypto-Historie zu rekonstruieren, um einen Beleg zu erhalten.

Der Bericht folgt einer festen Gliederung, unter anderem mit den gelieferten Daten, den herangezogenen Quellen, den Feststellungen je Teilbereich und einer chronologischen Übersicht. Nicht jeder Bericht enthält alle Teile; bei einer historischen Rekonstruktion liegt der Schwerpunkt auf der chronologischen Übersicht. Welcher Anbieter eine Übersicht für die Steuererklärung erstellt und was hineingehört, lesen Sie auf der Fragenseite Kryptovermögen für die Steuererklärung aufbereiten.

Wie lange dauert eine Rekonstruktion und was liefert Paucitas?

Die Krypto-Historie für eine verschwundene Exchange zu rekonstruieren, fällt in die üblichen Bearbeitungszeiten von Paucitas und ergibt wegen der fehlenden Historie oft eine umfangreichere Akte. Paucitas liefert einen Bericht mit der Quelle zu jeder Transaktion, sodass Sie in Ihrer Akte auf eine festgestellte Zeile verweisen können statt auf eine Schätzung.

Eine Untersuchung von Paucitas dauert je nach Umfang der Akte und Dringlichkeit zwischen einem Werktag und zwei Wochen. Ein Eilgutachten kann innerhalb eines Werktags geliefert werden und in Ausnahmefällen am selben Tag. Eine reguläre Untersuchung ist in der Regel innerhalb von drei Werktagen fertig. Bei Akten mit vielen Transaktionen, mehreren Wallets oder fehlender Historie steigt die Bearbeitungszeit auf etwa zwei Wochen. Für Eilaufträge gilt ein Zuschlag.

Die Lieferung der Daten erfolgt digital oder im Büro. Pro Fall wird eine Lieferliste bereitgestellt, in der steht, welche Daten benötigt werden. Wo nötig begleitet Paucitas das Sammeln und Liefern dieser Daten.

Wie wir mit Beratern zusammenarbeiten, steht auf der Seite für Steuerberater und Berater. Möchten Sie die Historie Ihres Mandanten rekonstruieren lassen, prüft Paucitas zuerst, welche Quellen noch vorhanden sind und was sich damit feststellen lässt; siehe Herkunft von Vermögen. Welche Unterlagen außerdem in eine Steuerakte gehören, lesen Sie im verwandten Blog das Krypto-Steuerdossier. Für eine konkrete Akte nehmen Sie Kontakt mit Paucitas auf.

Ausgeschaltete Serverleuchte: Krypto-Historie rekonstruieren nach dem Ende einer Exchange

Paucitas B.V.

Weesperstraat 107
1018 VN Amsterdam

E: paucitas@paucitas.com
T: 020 244 5774

24/7 erreichbar

Handelsregister: 83489649
USt-IdNr.: NL862894062B01

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Häufig gestellte Fragen zur Historie einer verschwundenen Exchange

Wie kommt man an die Transaktionshistorie einer insolventen Exchange?

Bei einer Insolvenz oder Abwicklung stellt der Insolvenzverwalter oder Abwickler Kunden mitunter Daten zur Verfügung. Fehlen diese, wird die Historie aus der Kette, Kontoauszügen, Bestätigungsmails und früheren Übersichten aufgebaut.

Lässt sich eine Krypto-Historie ohne Exportdatei rekonstruieren?

Ja, der Teil der Historie, der auf die Exchange hinein- und von ihr herausging, steht auf der Blockchain und lässt sich ohne Exportdatei feststellen. Handel und Tausch innerhalb der Exchange erfordern zusätzliche Unterlagen wie Mails oder Auszüge.

Was liefert Paucitas bei der Rekonstruktion einer verschwundenen Exchange?

Paucitas liefert einen Bericht mit einer chronologischen Übersicht je Jahr, in der zu jeder Transaktion steht, auf welcher Quelle sie beruht. Wo eine Zuordnung auf einer Annahme beruht, vermerkt der Bericht das ausdrücklich.

Ihre eigene Situation

Wenn Sie das lesen, haben Sie wahrscheinlich eine Frage zu Ihrer eigenen Situation. Genau das ist die Arbeit von Paucitas.

Der erste Schritt ist bei uns das Erstgespräch, ein Telefonat, das wir am liebsten über WhatsApp einplanen. Die Gespräche führen wir auf Deutsch. Im Erstgespräch sehen wir gemeinsam, was sich in Ihrem Fall sachlich feststellen lässt und was Paucitas für Sie untersuchen kann.

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