Meine Krypto liegt bei einem ausländischen Anbieter, was ändert sich für mich durch den Meldestandard CARF?
Datum: 25.09.2026 | Woche 39 | Lesezeit: 8 MinutenAutor:
Simcha Schrijver
Das Wichtigste in Kürze
Über den Meldestandard CARF kann ein ausländischer Anbieter Daten zu Ihren Krypto-Transaktionen an die Steuerbehörde seines Landes melden, die sie mit Ihrem Wohnsitzstaat austauscht, und Paucitas hält die Stichtagsübersicht fest, die Sie neben eine solche Meldung legen können. Eine Meldung macht Bestand sichtbar, eine Dokumentation macht ihn erklärbar.
- In Deutschland sind Anbieter ab dem Meldezeitraum 2026 meldepflichtig; die erste Übermittlung an das Bundeszentralamt für Steuern erfolgt 2027.
- Gemeldet werden unter anderem Name, Adresse, steuerliche Ansässigkeit, Steuer-Identifikationsnummer und Geburtsdatum sowie aggregierte Transaktionen.
- Die Weitergabe an andere Staaten folgt im Herbst desselben Jahres, also deutlich nach dem Ende des Meldezeitraums.
- Eine Stichtagsübersicht hält je Anbieter und je Wallet fest, was Sie besaßen, zu welchem Kurs und auf welcher Grundlage.
Ihre Krypto liegt nicht bei einem inländischen Anbieter, sondern bei einem Anbieter in einem anderen Land, oder sie ist auf eine ausländische Exchange und eine eigene Wallet verteilt. Sie lesen, dass Kryptodaten künftig international ausgetauscht werden, und fragen sich, was das konkret für Sie bedeutet.
Im Folgenden lesen Sie, was hinter dem Meldestandard CARF steckt, was sich ändert, wenn Ihr Anbieter im Ausland sitzt, warum Ihre eigene Dokumentation mehr zählt als die Meldung und wie eine Stichtagsübersicht aussieht.
Was ist der Meldestandard CARF?
Der Meldestandard CARF, das Crypto-Asset Reporting Framework, ist zusammen mit seiner europäischen Umsetzung DAC 8 das Regelwerk für den internationalen Informationsaustausch über aggregierte Transaktionen von Kryptowerten. In Deutschland ist er durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz umgesetzt, und das Bundeszentralamt für Steuern nennt als Ziel, grenzüberschreitende Sachverhalte aufzudecken und Steuerhinterziehung mit Kryptowerten zu bekämpfen (BZSt zu CARF und DAC 8).
Der Zeitplan ist konkret. Nach Angaben des Bundeszentralamts sind Anbieter ab dem Meldezeitraum 2026 zur Meldung verpflichtet, die erste elektronische Übermittlung erfolgt im Kalenderjahr 2027 bis zum 31. Juli, und das Bundeszentralamt leitet die Daten bis zum 30. September an das EU-Zentralverzeichnis und die CARF-Partnerstaaten weiter. Gemeldet werden unter anderem Name, Adresse, steuerliche Ansässigkeit, Steuer-Identifikationsnummer und Geburtsdatum, ergänzt um aggregierte Transaktionen nach Art, etwa Käufe, Verkäufe, Tausch und Übertragungen (BZSt zum CARF-Meldeverfahren).
Für Sie als Inhaber heißt das: Was Sie in diesem Zeitraum selbst festhalten, entscheidet darüber, ob Sie eine Meldung später neben Ihre eigenen Unterlagen legen können. Wie Übersicht und Steuererklärung grundsätzlich zusammenhängen, lesen Sie auf der Seite zu Krypto in der Steuererklärung. Was DAC 8 genau bedeutet, ist im Glossar unter DAC8 kurz erklärt.
Was ändert sich, wenn Ihr Anbieter im Ausland sitzt?
Sitzt Ihr Anbieter im Ausland, kann die Meldung über Ihre Transaktionen über die Steuerbehörde seines Landes bei der Steuerverwaltung Ihres Wohnsitzstaates ankommen, was bisher nicht selbstverständlich war. Der Weg unterscheidet sich je nach Lage:
- Anbieter in einem anderen EU-Mitgliedstaat: Der Anbieter meldet in seinem eigenen Staat, und die Daten werden an den Staat weitergegeben, in dem Sie steuerlich ansässig sind.
- Anbieter mit Schwerpunkt in Deutschland ohne MiCA-Zulassung: Er muss sich beim Bundeszentralamt registrieren, bevor er erstmals Meldungen übermittelt.
- Anbieter außerhalb der EU: Ob Daten fließen, hängt davon ab, ob sein Sitzstaat zu den CARF-Partnerstaaten gehört.
- Eigene Wallet: Eine Wallet, die Sie selbst verwalten, hat keinen Anbieter, der meldet; der Saldo steht aber auf der Kette.
Liegt Ihr Bestand bei mehr als einem Anbieter, können also mehrere Meldungen über Sie entstehen, aus verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeitpunkten. Jede dieser Meldungen beschreibt einen Ausschnitt. Das Ganze ergibt sich erst, wenn Sie die Ausschnitte selbst nebeneinanderlegen, samt der Übertragungen zwischen Anbietern und eigenen Wallets.
Hinzu kommt, dass Meldungen aggregiert sind. Sie zeigen Summen je Transaktionsart, nicht jede einzelne Bewegung. Wer später eine Abweichung erklären möchte, braucht deshalb die Einzelbelege, die hinter diesen Summen stehen.
Warum zählt Ihre Dokumentation mehr als die Meldung?
Ihre Dokumentation zählt mehr als die Meldung, weil eine Meldung nur zeigt, was ein Anbieter über Ihre Transaktionen weiß, während Sie erklären können müssen, wie Ihr gesamter Bestand entstanden ist. Eine Meldung ist eine Momentaufnahme aus Sicht einer Partei; Ihre Dokumentation verbindet alle Anbieter und Wallets miteinander.
Drei Unterschiede begegnen uns in der Praxis immer wieder. Ein Anbieter meldet, was bei ihm geschah, und weiß nicht, dass Sie die Coins zuvor anderswo gekauft haben. Übertragungen zwischen Ihren eigenen Wallets tauchen in seiner Meldung höchstens als Abgang oder Zugang auf, ohne Zusammenhang. Und ein Anbieter nutzt seine eigene Bewertung, die von dem Kurs abweichen kann, den Sie selbst verwendet haben. Paucitas sieht vor allem bei Inhabern mit Bestand bei mehreren Anbietern, dass die Meldungen jede für sich stimmen, zusammen aber kein schlüssiges Bild ergeben.
Auch der zeitliche Abstand spielt eine Rolle. Zwischen dem Ende eines Meldezeitraums und dem Moment, in dem eine Meldung bei der Steuerverwaltung ankommt, vergehen viele Monate. In dieser Zeit schließen Anbieter Konten, ändern Exportformate oder stellen ihren Dienst ganz ein. Wer seine Belege erst sammelt, wenn eine Rückfrage kommt, findet manche Quelle dann nicht mehr vor. Eine Übersicht, die zeitnah zum Stichtag entsteht, hält die Daten fest, solange sie noch vollständig abrufbar sind.
Die Grenze. Paucitas erteilt keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Was Sie erklären müssen und in welcher Form, bleibt eine Frage für Ihre Steuerberatung. Was wir festhalten, ist die tatsächliche Grundlage, auf der diese Frage beantwortet werden kann.
Fall. Ein Unternehmer hielt Krypto bei einer Exchange außerhalb der Europäischen Union, bei einem Anbieter in einem anderen Mitgliedstaat und in seiner eigenen Hardware-Wallet. Zu jedem Ort hatte er ein eigenes Bild, aber keine Übersicht, in der die drei zusammenkamen.
Beim Erstellen der Stichtagsübersicht zeigte sich, dass die Exchange außerhalb der EU Staking-Erträge intern gutgeschrieben hatte, die in seinen eigenen Unterlagen fehlten. Außerdem war ein Teil des Bestands beim europäischen Anbieter zuvor aus der eigenen Wallet eingezahlt worden, was eine Meldung dieses Anbieters als neuen Zufluss zeigen würde. Mit der Übersicht standen beide Punkte fest, mit Quelle und Datum, bevor überhaupt eine Meldung ausgetauscht worden war.
Wie sieht eine Stichtagsübersicht aus?
Eine Stichtagsübersicht von Paucitas hält je Anbieter und je Wallet fest, welcher Bestand zu einem bestimmten Datum vorhanden war, zu welchem Wert und auf welcher Grundlage. Sie ist so aufgebaut, dass sie Zeile für Zeile neben die Meldung eines Anbieters gelegt werden kann.
- Je Anbieter: Name, Sitzstaat, Kontokennung und die Menge je Kryptowert zum Stichtag, mit dem Export oder Auszug als Quelle.
- Je eigener Wallet: die Adressen und der Saldo zum Stichtag, wie er auf der Kette steht.
- Bewertung: der verwendete Kurs, seine Quelle und der Zeitpunkt, zu dem er festgestellt wurde.
- Abgleich: die Übertragungen zwischen Anbietern und eigenen Wallets seit dem vorigen Stichtag, mit Transaktions-Hash.
- Nachweis: je Zeile die Quelle, und wo eine Angabe fehlt, ein ausdrücklicher Vermerk dazu.
Wie Sie Kryptovermögen zum Stichtag festhalten, ist auf der Fragenseite Kryptovermögen zum Stichtag festhalten weiter ausgeführt. Für Unternehmer mit Krypto im Privat- oder Betriebsvermögen steht das Vorgehen auf der Seite für Geschäftsführer und Unternehmer.
Was das für alle bedeutet, die jetzt eine Untersuchung erwägen
Wer jetzt eine Untersuchung erwägt, lässt am besten zuerst eine Stichtagsübersicht festhalten, weil sich diese Übersicht später neben jede Meldung legen lässt. Die Daten zum Jahr 2026 werden erst 2027 ausgetauscht, und die Exporte und Kurse, die Sie dafür brauchen, sind heute noch leicht zu beschaffen.
Die Lieferung der Daten erfolgt digital oder im Büro. Pro Fall wird eine Lieferliste bereitgestellt, in der steht, welche Daten benötigt werden. Wo nötig begleitet Paucitas das Sammeln und Liefern dieser Daten.
Paucitas arbeitet mit einem festen Tarif auf Grundlage Ihrer Situation. In Absprache verwenden wir manchmal einen Stundensatz, die Stunden werden aber immer vorab festgelegt, sodass Sie nie Überraschungen erleben. Mit einer Untersuchung wird erst begonnen, wenn die Kosten besprochen und freigegeben sind.
Möchten Sie Ihren Bestand bei ausländischen Anbietern und in eigenen Wallets zum Stichtag festhalten lassen, erstellt Paucitas die Übersicht, die Sie neben eine Meldung legen können; siehe Herkunft von Vermögen. Welche Rückfragen zu Krypto in der Praxis am häufigsten kommen, lesen Sie im verwandten Blog Rückfragen zu Krypto in der Anlage SO. Für Ihre eigene Situation nehmen Sie Kontakt mit Paucitas auf.
Paucitas B.V.
Weesperstraat 107
1018 VN Amsterdam
E: paucitas@paucitas.com
T: 020 244 5774
24/7 erreichbar
Handelsregister: 83489649
USt-IdNr.: NL862894062B01
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Häufig gestellte Fragen zum Meldestandard CARF
Was ist CARF?
CARF, das Crypto-Asset Reporting Framework, ist der internationale Standard für den Austausch von Informationen über aggregierte Transaktionen mit Kryptowerten zwischen Steuerverwaltungen. Die europäische Umsetzung heißt DAC 8.
Welche Daten meldet ein Anbieter über mich?
Gemeldet werden unter anderem Name, Adresse, steuerliche Ansässigkeit, Steuer-Identifikationsnummer und Geburtsdatum sowie aggregierte Transaktionen nach Art. Einzelne Bewegungen zwischen Ihren eigenen Wallets sind darin nicht als Zusammenhang erkennbar.
Was hält Paucitas in einer Stichtagsübersicht fest?
Paucitas hält je Anbieter und je eigener Wallet den Bestand zum Stichtag fest, mit dem verwendeten Kurs, dem Abgleich seit dem vorigen Stichtag und der Quelle je Zeile. Die Übersicht ist so aufgebaut, dass sie neben die Meldung eines Anbieters gelegt werden kann.
Kurze Antworten
Ist Ihre Frage nicht dabei? Lesen Sie kurze Antworten auf häufige Fragen zur Krypto-Untersuchung oder die Erklärung von Begriffen rund um Blockchain und Kryptowährungen.
Ihre eigene Situation
Wenn Sie das lesen, haben Sie wahrscheinlich eine Frage zu Ihrer eigenen Situation. Genau das ist die Arbeit von Paucitas.
Der erste Schritt ist bei uns das Erstgespräch, ein Telefonat, das wir am liebsten über WhatsApp einplanen. Die Gespräche führen wir auf Deutsch. Im Erstgespräch sehen wir gemeinsam, was sich in Ihrem Fall sachlich feststellen lässt und was Paucitas für Sie untersuchen kann.